Offener Brief - Quo vadis FKK Camp Kazela?
Im November 2008 ist nun für viele der Punkt erreicht worden, an dem man nicht mehr tatenlos zuschauen kann und deshalb sehen wir keinen anderen Ausweg mehr, als unser berechtigtes Anliegen einer breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen.
Nach diesen Verschlechterungen (besonders am FKK-Teil des Camps Kazela) ist offensichtlich, dass die Führung des Camps weder auf FKK-Urlauber, noch auf langjährige Camper und Stammgäste Wert legt. Der italienische Pächter, ist durch öffentliche Aussprüche erwiesenermaßen kein Freund von Naturismus und es wird unserer Meinung nach das Ziel verfolgt, den FKK-Platz so unattraktiv wie möglich zu machen, damit Kazela dann aus wirtschaftlichen Überlegungen vollständig in einen Textilplatz umgewandelt werden kann.
Massive Preiserhöhungen mussten Kazelaurlauber schon in der Saison 2008 hinnehmen. Die 5-Personen-Pauschale für Dauercamper wurde beispielsweise von 1900,-- Euro um sagenhafte 300,- Euro angehoben.
Die 2-Personen-Pauschale (1350,-- Euro) konnten wir nur mit Hilfe der freundlichen Unterstützung der Kazela-Angestellten erkämpfen.
Für FKK-Urlauber war diese Preiserhöhung ein Schlag ins Gesicht, weil keine Verbesserungen irgendwelcher Art gemacht worden sind.
Vergleich: Preisliste 2007
+ Preisliste 2008
+ Platzbeschreibung+Preise 2008
+ Preisliste 2009
Wie wir nun aus dem Buchungsangebot für 2009 entnehmen konnten wird die 5 Personenpauschale auf 2800,- Euro erhöht. Das sind um 600,- Euro mehr (+ 27%), und die 2-Personen-Pauschale wird ersatzlos gestrichen.
Am Textilteil wurden die letzten für Camper noch verbliebenen vorderen Reihen mit Mobilhomes vollgestellt.
Der FKK-Teil wird für 2009 nochmals verkleinert und die Grenze wird beim Restaurant Bilina gezogen.
Damit verliert der FKK-Teil das große Waldstück und zwei seiner bisher drei Sanitärhäuser.
Es ist somit für den ganzen FKK-Teil nur noch das Solarduschhaus vorhanden. Bild dazu:
Trotz dieser ständigen Verschlechterungen werden für den
FKK-Teil Preise auf dem
Niveau eines 5-Sterne-Platzes verlangt.
Vom derzeitigen Kazela-Direktor
werden die oben genannten Umbaumaßnahmen sogar noch als Verbesserung gesehen. Er erklärt per Mail, dass der
FKK-Teil aufgewertet wird, weil sie eine kleine
Poolanlage mit drei Planschbecken bauen. Den FKKlern soll eine
Zutrittsmöglichkeit zu einem der Waschhäuser (natürlich nur mit Badebekleidung) geschaffen werden und sogar
zwei
mobile Sanitäranlagen in der Pampa ("la Cabana") stellen sie
in Aussicht (Toi-Toi oder Dixi-Klos?).
Außerdem soll die Grenzverschiebung nicht als
Verkleinerung gesehen werden, da in naher Zukunft
versucht werden soll,
Ackerflächen zur FKK-Erweiterung zu kaufen.
Welch ein Unsinn, wenn man bedenkt, dass seit Jahren
weder die vorhandenen und total verwilderten Flächen, noch bereits benützte Campingstellplätze erschlossen werden.
Bild dazu:
Diese Vorgehensweise zeugt nur davon, dass der Betreiber und das Management von Kazela den Sinn eines FKK-Urlaubes nicht verstanden haben. Das Argument, daß wir alle Einrichtungen auf dem
Textilteil mitbenützen können, ist
für einen FKK Urlauber keinen Kuna wert. Wir wollen die
Freizeitangebote NACKT benutzen, denn anderenfalls hätten wir auch gleich einen Textilplatz anfahren können.
FKK-Camper mussten in den paar Jahren
ständig umsiedeln und wurden immer weiter ostwärts in die weniger bis gar nicht erschlossenen Bereiche
des Platzes
abgedrängt.
Wir haben seit der Teilung des Platzes: Keine Sportanlagen, keinen Bootsverleih, keinen Miniclub, keinen Aquapark, keinen Kinderspielplatz, keine Slipanlage, keine ordentlichen Abgänge zum Meer, zu wenige Wasser- und Stromanschlüsse, fast lauter Staubstraßen und keine Kontrollen der angezogenen und fremden Gäste, die über einen desolaten Zaun hereinströmen.
Ab 2009 haben wir nur noch ein Waschhaus, nur noch den kleinen Wald für Schattenplätze und wahrscheinlich nur noch ein Restaurant. Wir
FKKler werden anscheinend nur als lästiges Anhängsel betrachtet, dem man für
Null Komfort das
Geld aus der Tasche ziehen kann.
Wir haben also gar
nichts mehr, das diese Preispolitik rechtfertigt. Bei einer Wohnung könnte man eine Mietzinsminderung einbehalten. Ein
korrekter Kazelapächter würde auch dieser Tatsache Rechnung tragen und die
Preise für den FKK-Teil senken. Zumindest solange, bis die jahrelang versprochenen Erweiterungen und
Verbesserungen erfolgt sind und die
Einrichtungen für FKK-Camper wieder dem verlangten 5-Sterne-Preis entsprechen.
Berechtigte Fragen:
Wer hat das genehmigt? Ist das korrekt?
- Die neu gebaute Strandbar im hinteren FKK-Teil wurde im Juni 2008 plötzlich abgerissen. Angeblich stand sie zu nah am Meer und hatte keine Genehmigung. Die Mobilhomes sind genauso fix angeschlossen und stehen näher am Strand! Da wundert man sich schon, wie verschieden Gesetze angewandt werden, oder?
- Wer hat diesen Mobilhomewahnsinn überhaupt genehmigt? Ca. 280 Häuser waren es im Sommer 2008 und für 2009 werden sicher noch einige dazukommen. Jedes Mobilhome ist mit einer Klimaanlage, Dusche und WC ausgestattet. Dementsprechend wird ein Vielfaches von einem "normalen" Campingplatzbetrieb verbraucht und ungeklärte Abwässer in die Meduliner Bucht eingeleitet, da es keine Kläranlage gibt und der Kanalbau noch nicht abgeschlossen ist. Laut Karten ist die Meduliner Bucht als Unterwasserschutzgebiet ausgewiesen!
- Das neu gebaute Waschhaus im ehemaligen Wall wurde ebenfalls im Juni 2008 dem Erdboden gleichgemacht. ich glaube das war genehmigt und es stand sicher nicht zu nah am Wasser. Warum?
- Verschiedene Punkte in Kazela sind in Karten auch als archäologische Stätten gekennzeichnet. Davon nimmt jedoch keiner Notiz und überall wird bedenkenlos herumgegraben. Beispiel: Vor 2 Jahren hieß es, dass der Bau des Aquaparks nicht genehmigt wurde, dennoch wird ständig an dem grossen Aquapark mit 13 Pools, Kinderspielplatz, Miniclub, Billardhalle, usw. munter weitergebaut und trotzdem im selben Jahr ein kleiner Aquapark eröffnet. Eigenartig, nicht wahr?
- In Kroatien werden überall die Kurtaxen saisonal gestaffelt (von 0,50 Euro bis 1 Euro) vorgeschrieben. Kazela kassiert nachweislich in allen Saisonzeiten den Höchstsatz von einem Euro. Warum darf das so sein?
- Die Gemeinde Medulin hatte bis 2007 eine Kurtaxeregelung, bei der Langzeitgäste nur 30 Tage bezahlten und Stammgäste, die 10 Jahre Medulinurlaub nachweisen konnten,von der Kurtaxe befreit waren. Wer das nicht wusste, der hat Pech gehabt. Kazela kassierte auch über die 30 Tage Regelung hinaus.
- Seit 2007 gibt es in Medulin diese Kurtaxeregelung nicht mehr. Alle Ermäßigungen wurden gestrichen. Auch Dauercamper und Pensionisten müssen den vollen Tagessatz bezahlen. Einzige Ausnahme sind Menschen mit einer 50%igen Behinderung. Die Gemeinde Medulin ist scheinbar auch nur an Einnahmen interessiert, ohne Rücksicht auf langjährige Stammgäste oder Langzeiturlauber.
- Durch die Masse an Mobilhomes in Kazela werden die bestehenden Hotels zunehmend wirtschaftlich unter Druck gesetzt. Die einheimischen Privatvermieter haben in den letzten Jahren viel investiert und beklagten 2008 massive Einkommensverluste durch leere Appartments. Langfristig werden auch viele Arbeitsplätze verloren gehen. Ist das im Sinne der Gemeinde Medulin?
- Es werden am FKK-Teil seit Jahren Rodungen durchgeführt, ohne diese Flächen zu kultivieren oder zu befestigen. Bei einem starken Gewitterregen wird die rote Erde regelrecht ins Meer geschwemmt, wenn es länger nicht regnet, dann trägt der Wind die rote Erde ab. Die Straßen in diesem hinteren Teil von FKK-Kazela bestehen nur aus zermahlenen und verdichteten Steinbrocken und das ergibt daher ständig eine arge Staubbelästigung.
- Werbung ist bestimmt auch sehr wichtig für einen Urlaubsort. 2007 Jahr gab es einen neuen Prospekt für das Camp Kazela. Der FKK-Teil wurde in dem Hochglanzmagazin nicht einmal erwähnt. Erst nach Protesten der FKK-Camper wurde ein 6-seitiges Exemplar nachgedruckt in dem dann neben nichtssagenden Bildern ein Standardsatz auf allen Seiten steht.
- Und noch etwas zur Werbung: Auf der deutschen Seite des kroatischen Tourismusverbandes ist unter der Rubrik "Campingplätze" nicht mehr ersichtlich, dass Kazela einen FKK-Teil hat.
Es gäbe noch viel mehr zu berichten was im Camp Kazela nicht in Ordnung ist. Wenn man einer Statistik glauben darf, dann ist der Besuch des Camps rückläufig. Auf den FKK-Teil trifft das mit Sicherheit nicht zu, denn es waren in jeder Saisonzeit von 2008 so viele Camper wie noch nie am Platz.
Die Gemeinde Medulin hat wohl eine besondere Anziehungskraft. Nur damit ist es zu erklären, daß Urlauber jahrzehntelang in dieses Gebiet kommen und sich wohlfühlen. In diesen wirtschaftlichen Krisenzeiten hört sich der Wohlfühlfaktor bei der eigenen Geldbörse auf und es werden beinhart die Preise mit den angebotenen Leistungen verglichen. Deshalb sollten sich die Verantwortlichen vermehrt um Dauercamper und Stammgäste bemühen.
Wenn sich Urlauber nur ausgebeutet vorkommen und für nichtvorhandene Leistungen zur Kasse gebeten werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Stammgäste ausbleiben.
Wir hoffen daher, dass es noch Leute in Medulin und Kroatien gibt, die Urlauber nicht nur als mögliche Abzockobjekte betrachten, sondern als Menschen, die Kroatien, bzw. Istrien den jetzigen Wohlstand ermöglicht haben. Menschen, die sich an der Schönheit der Natur erfreuen und den Erhalt dieser Natur auch ernst nehmen.
Und wir hoffen, dass es noch Menschen gibt, die unseren Hilferuf hören wollen und in "unserem Medulin" nach dem Rechten sehen.
Denn so darf es mit dem einst so schönen Camp Kazela nicht weitergehen!
Für alle Jene, die das Camp Kazela nicht kennen, gibt es hier eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Jahre
10.12.08 - Offizielle Stellungnahme des kroatischen Tourismusverbandes